Mit liebevoller Ernährungserziehung das Essverhalten der Kinder prägen

Das eigenwillige Essverhalten von Kindern ist ein bekanntes Phänomen innerhalb der Ernährungserziehung. Häufig führt es Eltern an den Rand der Verzweiflung. Bockige Kinder, die sich weigern zu essen. Überforderte Eltern, die ihren Kindern unbedingt Abwechslung und gesundes Essen bieten wollen. Schlechte Stimmung am Esstisch ist damit schon vorprogrammiert. Warum wiederholt sich dieses Phänomen immer wieder? Und wie können wir das gemeinsame Essensritual zu einem schönen Erlebnis machen? Mit dem richtigen Hintergrundwissen fällt einem die Ernährungserziehung gleich viel leichter.

Holzgemüse zum spielerischen Kennenlernen von Gemüse

Die Entwicklungsschritte im Ernährungsverhalten

Um das Verhalten der Kinder zu verstehen und eine liebevolle Ernährungserziehung in den Alltag integrieren zu können, hilft es, einen Blick auf die Entwicklung des Ernährungsverhaltens zu werfen. Die folgende Tabelle verschafft hier einen guten Überblick über sechs Entwicklungsstufen:

1. findet im Mutterleib statt und ist eine passive, kontinuierliche Form der Ernährung.
2. und 3. beinhaltet Milch- und Beikost und ist geprägt von Hunger, Durst, Saugbedürfnis, Körperkontakt und steigender Neugierde.
4. verläuft im Alter zwischen dem 11. und 18. Lebensmonat. Zu den Grundbedürfnissen kommt auch noch das Imitieren, Spaß und Spiel hinzu.
5. ist im Alter von 1,5 Jahre bis hin zum 8.-10. Lebensjahr. Das Essverhalten ist hier zusätzlich geprägt von der Selbstbestimmung, dem Gemeinschaftserleben, Futterneid und Trotz.
6. dreht sich um die Abgrenzung vom elterlich vorgegebenen Verhalten, was dazu führt, dass zum einen die Peergruppe, zum anderen das Image, sportliche Leistung, Ökologie, Politik und Soziales wichtiger werden.

Geschmacksvorliebe: Süß und fettig

Genetisch angeborene Geschmackspräferenzen haben im Laufe der Entwicklung des Menschen immer wieder das Überleben gesichert. Vorne dabei ist das Bedürfnis nach Süßem und Fettigem – die erste Prägung durch die Muttermilch. Von klein auf verankert sich die Gewissheit bei den Kleinen, dass die süße und fettige Milch ihnen gut tut. Auch später am Esstisch begeben sich die Kleinen daher immer wieder auf die Suche nach diesen Eigenschaften. Im Gegenzug sind bittere Lebensmittel, genetisch verankert, Hinweise auf unreife, verdorbene und potentiell giftige Lebensmittel. Die berühmte kindliche Abneigung gegen Rosenkohl erscheint mit diesem Wissen in einem anderen Licht.

Trotz vs. Überlebensstrategie

Abgesehen von der geschmacklichen Prägung bietet den kleinen Energiebündeln das süße, fettige Essen die Möglichkeit den hohen Energiebedarf zu decken trotz ihres kleinen Magens. Gemüse würde dies nie schaffen. Die grundsätzliche Verweigerungshaltung der Kleinen ist daher kein Trotz oder eine Rebellion gegenüber der elterlichen Ernährungserziehung, sondern eine instinktive Überlebensstrategie. Gemüse hat einen sehr geringen Energiegehalt und ist noch dazu nicht süß oder sogar bitter! Es füllt den Magen, macht aber nicht satt. Aus Sicht des Kindes macht es deshalb keinen Sinn, Gemüse als Hauptmahlzeit zu sich zu nehmen. Die Rohkost wird dagegen gerne angenommen, allerdings mehr aus spielerischer Motivation, als zur Sättigung.

Mit Essen spielt man nicht – oder vielleicht doch?

Sobald der Sprössling mit am Esstisch sitzt, beginnt ein ganz klassischer Lernprozess innerhalb der Ernährungserziehung. Grundsätzlich gehört deshalb eine emotionale Begleitung durch Erwachsene dazu. Sie sollten positiv zum Probieren animieren, eine Ablehnung durch das Kind aber akzeptieren. Der Zwang etwas zu probieren würde das Gegenteil bewirken und das Lebensmittel schon mit einem sehr negativen Gefühl belegen, bevor es überhaupt probiert wurde. Neugierde und Mut, um es noch einmal zu probieren, sind dahin.

Neben dem tatsächlichen „in-den-Mund-nehmen“ sind auch alle anderen Sinne beim Kennenlernen beteiligt. Je mehr ein Kind diese Sinne an einem Lebensmittel einsetzen darf, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich trauen wird, es auch tatsächlich zu essen. Ein positives Geschmackserlebnis ist dadurch viel wahrscheinlicher. Durchschnittlich braucht ein Kind ca. 10 bis 15 Kontakte mit einem Lebensmittel, um sich dafür oder auch dagegen zu entscheiden. Dazu gehört auch mal etwas zwischen den Fingern zu zerdrücken oder neben dem Teller zu verteilen. Was für Erwachsene aussieht wie spielen, ist für das Kind ein wichtiger Lernprozess.

Spielregeln helfen bei der Ernährungserziehung

Je größer das Kind wird, umso wichtiger werden, neben dem spielenden Lernen aber auch die dazugehörigen Spielregeln. Denn was grundsätzlich gilt, lässt sich genauso auf die Ernährungserziehung übertragen. Klare Regeln erleichtern den Umgang miteinander. Die Stärkung der Essensgemeinschaft steht hier im Vordergrund. Wichtig dabei ist die Regelmäßigkeit der Essenszeiten. So kann sich ein regelmäßiges Hungergefühl einstellen und jeder weiß, mit Hunger schmeckt es prinzipiell gleich viel besser.

Außerdem sollte immer das gleiche Essen für alle angeboten werden, denn derjenige mit einem anderen Essen, gehört nicht zur Gemeinschaft. Dabei gilt, es darf sich jeder ein Essen wünschen, genauso hat aber auch jeder das Recht höflich bestimmt Lebensmittel abzulehnen. Wichtig ist, dass Kinder daraufhin keinen Druck verspüren. Genau wie bei dem „was“ hilft es auch bei dem „wie viel“ Kindern beizubringen auf ihr Sättigungsgefühl zu hören. Gegessen werden muss nur so viel, wie die Kleinen möchten und nicht bis der Teller leer ist.

spielerische Ernährungserziehung mit dem Kaufladen von howa

Spielend leicht Lebensmittel kennenlernen

Neben der Offenheit am Esstisch und dem gemeinsamen Zubereiten von Lebensmitteln, hilft es vor allem bei kleinen Kindern sie in ihrem Nachahmen zu unterstützen. Durch liebevoll authentisch gestaltete Holzspielsachen, wie von howa, können auch schon kleine Kinder an Gemüse herangeführt werden und so die Ernährungserziehung untersützen. Die unterschiedlichen Formen und Farben können in einer Spielküche oder im Kaufladen ganz objektiv betrachtet werden und ein spielerisch leichter Umgang damit erlernt werden. Das weckt Neugier und senkt die Hemmschwelle für die Kleinen sich auch am Esstisch gerne mit den Lebensmitteln auseinanderzusetzen.

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